Jing Gong SG-550
Beitrag #1 - 24.06.2009, 21:29 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 24.06.2009 21:38 von SgtDog.)
Jing Gong SG-550
Review zum JG SG 550 (SIG 550)

Das SG 550, wie es offiziell heißt, war früher als SIG 550 bekannt, ist als Sturmgewehr 90 die Standardwaffe der Schweizer Armee und wird von JG unter dem Namen "S-550" als Airsoftwaffe vertrieben. Alle Details zum Real-Steel-Vorbild gibt's auf Wikipedia.

Lieferumfang

Bestellt habe ich bei Softair Professional, da gab es keine Probleme. Die braune Pappbox mit dem 139,90 Euro teuren JG S-550 enthielt:
- die Softair in einer passenden Styropor-Einlage
- die RIS-Schiene zum Aufschrauben
- ein schwarzes Highcap (Rädchen)
- das übliche JG-Netzteil zum Aufladen des Akkus
- ein Stick-Type-Akku (8 Ni-MH-Zellen, 9,6 V, 1100 mAh)
- einen 79 cm langen(!) Reinigungsstab
- Anleitung
- Pro-Line Schussprotokoll (gemessen 70 m/s = 0,49 Joule)
- 200 BBs mit 0,2g

Wundert euch nicht, dass außen auf der Packung noch 350 FPS angegeben sind, die wurde nämlich nicht mit gedrosselt.

[Bild: 01boxoffenhat6.jpg]

(Anmerkung: Das in den meisten nachfolgenden Fotos abgebildete Magazin ist ein nachgekauftes Fake-Bullet-Lowcap von Tokyo Marui, nicht das beigelegte lange Highcap, das ihr auf dem Bild hier drüber seht. Das Lowcap sieht einfach besser aus.)

Ersteindruck

Das S-550 ist ziemlich lang, wenn man vorher nur ein G36C und ein S-552 (die kurze Version des 550) regelmäßig in der Hand hatte. Es fühlt sich aber ziemlich gut an. Dadurch, dass das integrierte Zweibein aus Metall ist, fühlt man erstmal kaum, dass der Handguard aus ABS-Plastik ist, weil das Zweibein eng am Handguard anliegt. Abzug, Abzugschutz (übrigens abklappbar), Magazinauswurfhebel, Ladehebel, Lauf, Mündungsfeuerdämpfer die vordere und hintere Visierung und Sling-Ösen, der Feuerwahlhebel und Knopf und Halterung der einklappbaren Schulterstütze sind ebenfalls aus Metall.

[Bild: 02zweibein1gy1l.jpg]

Dazu kommt die aufschraubbare RIS-Schiene, die ganz einfach aufgesteckt und an der hinteren Visierung festgehalten wird. Sie sitzt bombenfest, ist aus Metall und hat 13 Einkerbungen, so dass im Grunde alles draufpassen sollte, was man dranstecken möchte. Weitere RIS-Schienen hat das S-550 nicht, im Gegensatz zum kleinen Bruder S-552, der am Handguard unten vorne noch Platz für einen Handgriff bietet.

Mit seinen 100 cm Länge ist das 550 nicht gerade handlich, aber dafür gibt es ja die einklappbare Schulterstütze. Mit der Stütze weggeklappt sind es noch 76 cm (vom Lauf bis Ende Handgriff). Dafür hat es (laut Packung) einen 53,4 cm langen Innenlauf, und der muss ja schließlich irgendwo hin!

[Bild: 03klappschaftqxpn.jpg]

Die Befestigung des Klappschaftes:
[Bild: 04klappschaftbefestigu8zp5.jpg]

Insgesamt macht das S-550 einen sehr robusten Eindruck, allerdings sollte man die Schrauben an der Schulterstütze nochmal sanft nachziehen. Aber es klappert nichts, es passt alles zusammen und es fühlt sich gut an. Es ist auch ein ziemlich schweres Teil: Mit eingelegtem Akku kommt es auf 3,5 Kilo.

Einlegen des Akkus

In den Handguard passt nur ein Stick-Type-Akku, so wie der mitgelieferte. Um den Akku einzusetzen, wird ein Pin vor dem Magazinschacht einfach rausgedrückt, dann der untere Teil des Handschutzes leicht in Richtung des Magazins gezogen, und schon lässt sich der obere Teil problemlos abnehmen. Den Akku legt man ein, steckt ihn an und macht den Handschutz in umgekehrter Reihenfolge wieder zu – sehr komfortabel.

So geht's:
[Bild: 05handguardpinxxer.jpg]

[Bild: 06handguardakku1aya4.jpg]

[Bild: 07handguardakku2qz7z.jpg]

Allerdings gab es bei meiner ASG ein kleines Problem: Die Kabel, die ins Innere der Softair führen, waren mit einem Kabelbinder um die Akku-Halterung befestigt. Das hat zwar den Stecker sehr gut zugänglich gemacht, aber gleichzeitig so fixiert, dass der Handguard nicht wieder zuging, wenn der Akku auch noch dransteckte. Die Lösung war ganz einfach: Kabelbinder weg, fertig. Man muss dann ein bisschen aufpassen, dass einem der Stecker nicht in den unteren Handguard rutscht, aber auch nur, wenn man nicht gerade der größte Grobmotoriker aller Zeiten ist.

[Bild: 08kabelbinder2bu0.jpg]

Ansonsten muss man den Akku anstecken, die Stecker so platzieren, dass der Handschutz zugeht, und dann einen neuen Kabelbinder setzen. Geht auch – muss aber nicht.

Zweibein

Das Zweibein ist 29 cm lang, inklusive eines kleinen Erdsporns an jedem Bein. Es klappt satt auf und zu, allerdings frage ich mich, wie lange die Feder hält und ob es irgendwann mal anfängt zu schlackern. Im Moment ist das aber nicht absehbar und es fühlt sich auch nicht so an, als würde das innerhalb der nächsten Monate passieren. Nach rechts und links bietet das Zweibein gut 45° Bewegungsfreiheit, um die Waffe zu kippen, so dass man auch aufgestützt noch flexibel ist. Drehungen nach rechts und links werden dadurch ermöglicht, dass die Zweibeine auch nach vorne klappbar sind und die Gelenke daher auch solche Drehungen mitmachen. Da ich das S-550 als Designated Marksman Rifle (DMR) mit 4x-Scope nutzen will (ist noch nicht da), passt mir das sehr gut ins Konzept.

[Bild: 09gesamtbildwy6t.jpg]

Performance

Das Visier hinten lässt sich nach rechts, links, oben und unten mit einem Schraubenzieher einstellen. Es ist aber (bei meiner ASG zumindest) nicht ganz einfach, die richtige Position zu finden. Da die Eisenvisierung aber ohnehin nur als Notbehelf dienen soll, bin ich auch mit einer nicht hundertprozentigen Einstellung zufrieden; man muss nur wissen, wohin die Abweichung geht. Zusätzlich hat der drehbare Visierring vier Einstellungen für verschiedene Entfernungen, die alle gut einrasten.

Das hintere Visier:
[Bild: 10visierhinten2laer.jpg]

Visiereinstellung "1":
[Bild: 11visierlinie1y9fm.jpg]

Visiereinstellung "3/4":
[Bild: 12visierlinie249rh.jpg]

Ich habe die Streuung getestet im windstillen Zimmer mit aufgesetztem Gewehr und 0,2g Extreme Precision BBs. Aus etwa fünf Meter Entfernung ergaben sich dieses Bilder:

Full Auto:
[Bild: 13fullautogroupingxa9n.jpg]

Einzelschuss:
[Bild: 14selectfiregrouping1xs7.jpg]

Der Feuerwahlhebel ist rechts wie links bedienbar. Das beigelegte Highcap feedet ohne Probleme, auch das kurze Tokyo-Marui-Magazin macht keine Schwierigkeiten. Zur Effektivität des Hop-Ups kann ich nichts sagen, denn auf fünf Meter macht sich das noch nicht bemerkbar. Es ist aber stufenlos einstellbar und über den Hülsenauswurf zugänglich, wenn man den Ladehebel zurückzieht. Die Feuerrate konnte ich nicht messen.

[Bild: 15hop-upml75.jpg]

Wer noch nie ein Sig-Magazin benutzt hat, wird anfänglich möglicherweise häufiger das Magazin nicht komplett einsetzen. Alle Magazine haben vorne einen kleinen Überhang, der in den Magazinschacht eingehakt wird. Dann klappt man das Magazin an dieser „Achse“ nach oben. Wer sein Magazin gerade von unten in die S-550 drückt, wird wenig Freude daran haben, weil dann nur sehr wenige BBs zugeführt werden, und das auch noch sehr unregelmäßig.

[Bild: 16magazinfalschl95y.jpg]

(Links falsch, rechts richtig.)

Wenn man das Gewehr mit viel Kraft an die Schulter drückt und mehr Druck auf den unteren Teil der Schulterstütze ausübt, kann es außerdem passieren, dass die Schulterstütze kurz klackt und der Haltehaken ein ganz kleines Stück weiter rausrutscht. Davon geht die Stütze nicht kaputt, aber es stört. Nur: Wer die Stütze richtig benutzt, also mit der ganzen Aufliegefläche an der Schulter arbeitet, dem passiert das auch nicht.

Die Schulterstütze hat außerdem das Problem, das alle Sig-Modelle von JG haben. Wenn man sie einklappt, arretiert und wieder ausklappt, bleibt die Halterung der Stütze nicht in der Stütze, sondern an der Softair hängen. Meistens fällt sie dann gleich ab. Auch das nervt, ich habe das aber ganz einfach beseitigt – mit Sekundenkleber. Einfach den Halteclip außen einstreichen, dann (richtigrum!!!) wieder in die Schulterstütze stecken, ein paar Stunden warten und fertig. Bei mir bleibt jetzt nichts mehr hängen. Die S-552 eines Freundes von mir hat das gleiche Problem, das ist offensichtlich konstruktionsbedingt.

Markings

Mit Markings geizt das S-550. Die Feuerwahlgruppen sind ein weißes „S“ für Safe, eine rote „1“ für Semi- und eine rote „20“ für Vollauto. Im Original hat das SG-550 noch eine Burst-Einstellung, die bei der Softair fehlt. Ansonsten ist das wie immer schiefe Pro-Line-Marking auf der linken Seite über dem Magazinschacht eingebrannt, und oben auf der Halterung für die Schulterstütze ist „SG“ ins Metall geprägt. Die hintere Visierung hat außerdem weiße Einstellmarken. So sieht es aus, wenn der Fire Selector auf "Safe" steht:

[Bild: 17griffundfireselector0br1.jpg]

Zubehör

So viele Möglichkeiten, der S-550 Gebamsel anzuhängen, gibt es nicht, ist aber auch nicht nötig. Da das S-550 mir nicht als Hauptwaffe, sondern als zusätzliche DMR dient, kommt ein modifizierter Zweipunkt-Sling dran, damit ich sie auf dem Rücken tragen kann; ein ELCAN-4x-Scope, das noch nicht da ist; und das kurze Fake-Bullet-Lowcap von Marui, weil es besser aussieht als das lange Highcap. Ein Schalldämpfer dürfte schwierig werden, weil der Lauf ein 11-mm-Rechtsgewinde hat.

[Bild: 18visiervorne2uat9.jpg]

Der Gurt, der auf den Fotos noch drauf ist, hat inzwischen einen Fastex-Verschluss bekommen, damit ich die Waffe schneller vom Rücken kriege:

[Bild: 19customslingkav4.jpg]

Lieferung

Noch ein kurzes Wort zur Lieferung von Softair-Professional: Ich habe am Anfang der Woche bestellt und direkt überwiesen, vier Tage später war das Paket da – sehr gut. Nur statt des kurzen Highcaps, das ich auch bestellt hatte, kam ein langes mit. Das wird aber von Proline noch ausgetauscht (ist schon auf dem Weg).

Fazit

Ohne das JG S-550 bisher im Gelände getestet zu haben, würde ich es weiterempfehlen. Wer nach etwas sucht, was mehr nach europäischer Polizei aussieht als nach amerikanischem Militär, ist mit dem S-550 auch optisch gut beraten. Technisch reiht es sich meinem Eindruck nach in die Reihe guter JG-Softairs ein, in die auch die ganzen G36-Varianten gehören. Accessoire-Fans, die auf Tannenbaum-M4s stehen, werden mit dem S-550 nicht zufrieden sein, und für CQB ist es ebenfalls trotz der einklappbaren Schulterstütze einfach zu lang. Aber dafür gibt es ja den kleinen Bruder, das S-552. Wegen der kleineren Mängel (insbesondere des rausfallenden Halteclips der Schulterstütze und der in meinem Fall nicht hundertprozentig korrekt einstellbaren Visierung) gibt’s Abzüge. Wer es in Zahlen haben möchte: Ich gebe der Softair 4/5 und eine klare Kaufempfehlung.

[Bild: 20zweibein2oym1.jpg]
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Beitrag #2 - 24.06.2009, 22:51
RE: Jing Gong SG-550
Nettes Review Smiley_31

Kurze Infomationen noch von mir (Ich hab selber die 552): Das Teil hat eine ROF von 16 RPS bei 8,4V, eine V3 GB (Normale standart XYT Gears, allerdings einen kugelgelagertern Pistonhead) und einen Medium Typ Motor. Zu TM ist es 100% Kompatiebel und auch der Hurican Metall Body passt. Das HU Gummi ist allerdings mist und sollte getauscht werden.

Gruß Foley
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Beitrag #3 - 25.06.2009, 14:18 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 25.06.2009 15:03 von SgtDog.)
RE: Jing Gong SG-550
Danke für die Blumen.

Foley schrieb:Das HU Gummi ist allerdings mist und sollte getauscht werden.

Wie komme ich an das Hop-Up-Gummi ran? Ich vermute mal, man muss den unteren Bodyteil vom oberen trennen, oder zumindest den oberen Teil abnehmen, um an das Gummi zu komen. Ich habe bisher nur diese Anleitung gefunden. Ist die akkurat?
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Beitrag #4 - 25.06.2009, 16:38
RE: Jing Gong SG-550
Danke für das Review. Man muss schon sagen: nette Knifte. Aber zum Thema, dass die Waffe europäisch sei: die wird auch genre von US Einheiten verwendet, afaik, weils einfach eine sehr gute Waffe ist, im RS.
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Beitrag #5 - 25.06.2009, 20:26
RE: Jing Gong SG-550
magi schrieb:Danke für das Review. Man muss schon sagen: nette Knifte. Aber zum Thema, dass die Waffe europäisch sei: die wird auch genre von US Einheiten verwendet, afaik, weils einfach eine sehr gute Waffe ist, im RS.

Das stimmt, aber da ist das M4 eher Standard als hier. Was ich meinte, ist: Die Sig macht es einfacher, "europäisch" daher zu kommen als wenn man ein M4 mit sich rumtrüge. Prinzipiell ist das SG-550 natürlich ebenso wie das M4 in vielen westlichen Ländern verbreitet.
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Beitrag #6 - 25.06.2009, 21:25
RE: Jing Gong SG-550
Dozer schrieb:Danke für die Blumen.

Foley schrieb:Das HU Gummi ist allerdings mist und sollte getauscht werden.

Wie komme ich an das Hop-Up-Gummi ran? Ich vermute mal, man muss den unteren Bodyteil vom oberen trennen, oder zumindest den oberen Teil abnehmen, um an das Gummi zu komen. Ich habe bisher nur diese Anleitung gefunden. Ist die akkurat?

Schaft wegklappen - Die Schraube lösen und Schaft abnehmen. Dann im Magschacht die Schraube rausdrehn und die Sig einfach auseinander ziehn. Der Rest ist selbsterklärend.

Gruß Foley
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